Häufig kommt es bei Hallenbetonsohlen schon nach kurzer Nutzungszeit zu optischen und funktionalen Mängeln in Form von unterschiedlichsten Rissen an der Oberfläche bis hin zu Abplatzungen und Brüchen.
Bei gewerblich benutzten Betonbodenplatten lassen sich durch richtige Planung spätere Schäden deutlich reduzieren. Für die wesentlichen Einflussgrößen lassen sich hierzu fünf Gruppen bilden, die mit dem Bauherrn detailliert abgestimmt werden müssen:
1. Nutzungseigenschaften:
-Staubsicherheit
-Ebenheit
-Rutschhemmung/Griffigkeit
-Reinigungsfähigkeit
-Entwässerung
-Fugenbild
2. Belastungsgrößen:
-Punktlasten durch Gabelstapler, Kleinrollenfahrzeuge, Regale o.ä.
-Flächenlasten durch Paletten, Kisten etc.
3. Physikalische Beanspruchung:
-Temperaturen
-Austrocknung
-Schleifende/stoßende Beanspruchung
4. Chemische Beanspruchung:
-Öle, Fette
-Säuren, Sulfate, Laugen
5. Besondere Eigenschaften:
-Gewünschte Beschichtungen
-Elektrische Ableitfähigkeit
-Wärmeleitwiderstand
-Feuerwiderstand
-Flüssigkeitsundurchlässigkeit
Um die feinen Haarrisse bei oberflächenvergüteten Betonsohlen zu minimieren ist in jedem Fall ein schwindarmer Beton (empfohlene Betonrezeptur = Zementleimgehalt von 270 dm³/m³) zu wählen und zusätzlich sind während und nach dem Einbau des Betons umfangreiche Maßnahmen gegen frühzeitiges Austrocknen sowie zu schnelles Erhärten zu treffen (z.B. Vermeiden von Zugluft und warmen Temperaturen, geringer WZ-Wert, Nachbehandlung der Oberfläche durch sofortige Folienabdeckung etc.). Eine praxisgerechte Fugeneinteilung ist unumgänglich. Wir haben mit einer max. Feldgröße bis 10m x 10m gute Erfahrungen gemacht.
Außerdem ist natürlich ein sorgfältig geplanter Unterbau (Tragschicht aus Mineralgemisch) ganz wesentlich sowie eine detaillierte Bemessung der Hallensohle für die Schadensvermeidung unerlässlich. Dieses muss immer auf die spezifische Nutzung und den vorhanden Untergrund abgestimmt sein.
Ferner ist zu beachten, dass eine gleichmäßige Farbgebung der Oberfläche mit dem Baustoff „Beton“ nicht erzielbar ist, worauf der Bauherr im Vorfeld hingewiesen werden sollte.
Fazit:
Eine umfangreiche und gut abgestimmte fachliche Planung der Betonsohle wird immer helfen, etliche Risikofaktoren des zu erwartenden Schadensbildes zu minimieren und teilweise diese sicherlich vollständig auszuschließen. Das spart für alle Beteiligten im Nachgang viel Mühe und auch Ärger sowie unnötige Kosten.
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